Weihrauch programmiert Entzündungsenzym um
Unter dieser Überschrift hat ein Forscherteam der Universität Jena und der Louisiana State University (USA) am 11.05.2020 den molekularen Mechanismus der entzündungshemmenden Wirkung eines Naturstoffs aus Weihrauchharz beschrieben. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Enzym 5-Lipoxygenase. Dieses normalerweise entzündungsfördernde Enzym wird durch den Naturstoff Weihrauch bzw. dessen Boswelliasäuren zu einem entzündungshemmenden Protein umprogrammiert.
Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erläutert, dass das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz entzündungshemmende Substanzen enthält, die es u. a. für die Therapie von Krankheiten wie Asthma, Rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis geeignet machen. Prof. Werz und seinen Kollegen ist es gelungen, die molekulare Wirkungsweise der Boswelliasäure aufzuklären, einer Substanz, die für die entzündungshemmende Wirkung des Weihrauchs verantwortlich ist
Eine Schlüsselrolle für die Wirkung des Weihrauchs spielt das Enzym 5-Lipoxygenase. „Seit mehr als 40 Jahren weiß man, dass dieses Enzym die Bildung von Leukotrienen fördert, einer wichtigen Gruppe von Entzündungsbotenstoffen im menschlichen Körper“, erläutert Werz. Das Forschungsteam konnte in der vorgelegten Arbeit jetzt jedoch zum ersten Mal die Kristallstruktur dieses zentralen Entzündungsenzyms mit gebundenen Hemmstoffen aufklären und abbilden. Die Kristallstrukturaufnahmen erlauben neben detaillierten Untersuchungen des Enzyms und seiner Wechselwirkung mit Wirkstoffen auch die Entwicklung neuartiger Entzündungshemmer.
Die Forscher stellten dabei einen zutiefst erstaunlichen und einzigartigen Domino-Effekt bei den Boswelliasäuren fest. Vereinfacht gesagt heißt das, dass die Boswelliasäuren das Entzündungsenzym nicht nur hemmen, sondern dieses zu einem entzündungsauflösendem Enzym umprogrammieren. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.uni-jena.de/200511_Weihrauch_5LOX




