Weihrauch - Eine Klassifizierung

Wir haben Ihnen eine Aufstellung der Qualitätsmerkmale der Weihrauchharzes in Schlagworten vorgestellt.

Jetzt wollen wir diese Schlagworte im Einzelnen umfassender erklären:

 

Geruch und Duft

Der Weihrauch riecht bzw. duftet zitronig-frisch. Die Intensität der zitronigen Duftnote hängt vor allem ab von der Herkunft und Sorte des Weihrauchharzes. Jeder Weihrauch hat seinen individuellen Duft, anhand dessen man das Harz sehr gut unterscheiden kann. Der Weihrauch aus dem Dhofar-Gebirge hat hier eine Sonderstellung. Man gibt ihm auch den Namen "Der Duft des Himmels", weil dieses Weihrauchharz so edel und frisch duftet, dass es von den anderen Sorten hervorsticht. Weihrauchsorten aus Äthiopien und Eritrea weisen dagegen eher einen dezenten bzw. neutralen Duft auf.

 

Der Geschmack

Der Weihrauch hat einen harzig-bitteren Geschmack. Aber auch beim Geschmack finden wir eine Bandbreite von würzig-frisch bis angenehm-aromatisch oder einfach nur dezent-neutral.

 

Chemische Zusammensetzung

Das Weihrauchharz ist ein Öl-Gummi-Harz-Gemisch. Es enthält 27-35 % Polysaccharide, 60-70 % Terpene und 5-7 % flüchtiges aromatisches Öl. Die Boswelliasäuren befinden sich in den Terpenen. Aufgrund der hohen Anzahl von verschiedenen Bestandteilen in den Harz- und Ölkomponenten ergibt sich eine komplexe chemische Konstellation, die verantwortlich für den Geruch des Weihrauchs ist. Entscheidend für die Qualität des Weihrauchs ist der Niederschlag. Je weniger Niederschlag der Weihrauchbaum aufnehmen muss, desto besser ist die Qualität des Harzes.

 

Größe und Form

Der Weihrauch ist in verschiedenen Größen im Handel erhältlich. Die Zerkleinerung kann falls gewünscht einfach mit einem Mörser oder einer elektrischen Kaffeemühle erfolgen.

Stücke und Brocken weisen eine Größe von 5 cm bis 1 cm auf. Es ist keine Tropfenstruktur erkennbar. Das Harz ist ineinander geflossen.

 

Erbsen weisen eine Größe von 1 cm bis 4 mm auf. Die Weihrauchharze haben eine rundliche Tropfenform ohne Bruchecken und Kanten. Meist die beste Qualität.

 

Granen haben eine Größe von 4 mm bis 1 mm. Das Weihrauchharz hat meist unregelmäßige Kanten und Bruchecken. Holzeinschlüsse können vorhanden sein.

 

Weihrauch gibt es auch als loses Pulver. Wenn sie das Pulver auf die glühende Kohle legen, wird sofort eine sehr starke Rauchentwicklung erzeugt. Wird in einem gewissen Verhältnis in jeder Mischung für die Kirche eingesetzt.

 

Farbe

Die Farbe des Weihrauchharzes variiert je nach Standort, klimatischen Bedingungen und dem Zeitpunkt der Ernte. Die Farbe kann von blaßgelb über bernsteingelb bis hin zu rötlichem Braun sein. Bei exklusiven Weihrauchharzen sind die Harztränen von hoher Transparenz. Flüssigkeit ist der größte Feind des Weihrauchs und bewirkt eine Trübung der Harzkörner. Bei unsachgemäßem Transport wird die Oberfläche des Harzes angestoßen und macht sie pudrig grauweiß.

 

Brennbarkeit

Mit der Brennbarkeit kann man die Qualität des Harzes prüfen. Harze, die bei Entzünden sofort schmelzen und ohne Rückstand verbrennen, sind von reinster und bester Qualität. Harze schlechter Qualität verkokeln und hinterlassen beim Verbrennen einen schwarzen und überriechenden Kohlerückstand.

Kauprobe

Beste Weihrauchharze werden beim Kauen elastisch und sehr schnell zu einen homogenen und weichen Kaumasse. Sie zerfallen nicht in kleine trockene Partikel und Brösel. Der Geschmack ist bitter und aromatisch frisch.