Viele Leute husten oder es wird ihnen sogar schlecht, wenn Weihrauch im Gottesdienst verwendet wird. Gibt es dafür eine Erklärung? Ich habe mit einem Pfarrer gesprochen, der seine Gläubigen auf die Probe gestellt hat. Er hat mit dem Mesner und den Ministranten vereinbart, dass beim Einzug kalte Kohlen im Rauchfass lagen. Und trotzdem war das Husten zu hören. Obwohl kein Rauch aus dem Rauchfass aufgestiegen ist, war der Hustenreiz bei den Menschen feststellbar. In der Predigt hat er dann diesen Sachverhalt aufgeklärt. Das Erstaunen seiner Gläubigen war ihm sicher.

 

Weihrauch - viele Fehlinformationen und Missverständnisse

Wenn man im Gottesdienst zum Einzug, zum Evangelium, zur Gabenbereitung und zur Wandlung Weihrauch auflegt, dann führt das ganz sicher nicht zu gefährlicher Feinstaubbildung oder erzeugt ganz sicher keine gesundheitsschädlichen Benzopyrene. Diese produzieren wir ganz sicher mehr auf unseren Holzkohlegrills im Garten oder mit unseren Fahrzeugen auf den Straßen.

Nicht selten werden dann Zahlen von fernöstlichen Tempeln angeführt und dabei vergessen, was und in welchen Mengen in diesen Tempeln pro Tag verbrannt wird. Dort wird kein reines Olibanum verräuchert, sondern Räucherstäbchen. Und es sind diese Räucherstäbchen mit Ihren Bindemitteln, die diese schädlichen Stoffe produzieren.

 

Weihrauch - die richtige Anwendung

Der Duft des Himmels entsteht und erfreut nur, wenn richtig geräuchert  wird. Der Weihrauch soll nicht verbrannt werden, sondern nur leicht schmoren. Wie erreicht man, dass der Weihrauch nicht innerhalb von 1 - 2 Minuten schwarz-kokelig auf der Kohle liegt und keinen Wohlgeruch, sondern eher das Gegenteil verbreitet? Entscheidend sind hier die Weihrauchsorte, die Größe des Harzkornes, die Kohle und deren Hitze und der Räuchersand als Puffer zwischen Kohle und Harz.

Die Kohle muss komplett rotglühend sein, sie darf keine schwarzen Stellen mehr haben. Denn diese Stellen sind noch nicht durchgeglüht und würden die Kohle beim Auflegen von Weihrauch ersticken. Jetzt sollten Sie Räuchersand auf die Kohle streuen, der diese komplett bedeckt. Der Sand wirkt als Puffer und verhindert den direkten Kontakt von Harz mit rotglühender Kohle. Das verhindert das Schwarzwerden des Weihrauchkornes. Dann legt man das Harz auf die Kohle, bis diese leicht bedeckt ist. Bitte den Weihrauch nicht gehäuft auf die Kohle legen, denn sonst entsteht ein Klumpen, der immer schwarz wird und dann unangenehme Gerüche verströmt. Sobald der frische Duft in einen dumpfen umschlägt, sollte man das Räucherharz von der Kohle entfernen und dann die Kohle wieder zum Glühen bringen durch Anpusten oder Schwenken im Rauchfass. Jetzt können Sie neuen Sand und Weihrauch auflegen. Nach dem Räuchern sollte man den Raum gut durchlüften, damit sich der Duft schön im Raum entfalten kann.

In Kirchen wird oft ein Teil pulverisierter Weihrauch verwendet, der bei der Inzens intensivst reagiert und beim Auflegen auf die glühende Kohle sofort einen starken Rauch entfaltet.

 

Räuchern - eine hohe Kunst

Diese Tipps und Tricks werden ihnen helfen, mit Weihrauch ein wundervolles Dufterlebnis in ihre Wohnungen zu zaubern. Sie werden aber auch feststellen, dass jede Räucherung ein Unikat ist und anders auf Sie wirken wird als die letzte. Räuchern ist eine hohe Kunst und wir wünschen Ihnen viel Spaß und Freude bei der Perfektionierung dieser Kunst.