Eine Fahrt durch die Vergangenheit enthüllt den Wert von Weihrauch, der bis heute in vielen Kulturen als unabdingbar gilt. Die Geschichte von Weihrauch reicht bis ins alte Ägypten zurück. Um 1490 vor Christus herum soll die altägyptische Königin Hatschepsut eine Flotte in den Sudan geschickt haben, um von dort lebende Weihrauchbäume nach Theben bringen zulassen. Darstellungen im Tempel der Königin zeigen, dass mit Weihrauch Räucherungen vorgenommen wurden, die böse Geister vertreiben sollten. Auch die alten Griechen und Römer sollen das Harz regelmäßig verwendet haben –als hygienisches Mittel, duftenden Duftstoff oder Heilmittel in Form von Pulver, Öl oder Salben.

Die Wirkung des Weihrauches hat sich bis heute durchgesetzt. Besonders in Indien und im Nahen Osten gilt er als vielseitig verwendbares natürliches Mittel, dessen Wirkung heilend und Duft beruhigend sein soll. So lassen sich Weihrauchsalben, Räucherstäbchen, Parfüms und andere Mittel aus dem wertvollen Harz herstellen, die für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Viele Weihrauch-Liebhaber stellen damit Naturprodukte her, die als wohltuend und gesund gelten – mit einfachen Mitteln und ohne fragwürdigen Substanzen oder Tierversuchen. Für die Zusammensetzung der Zutaten wird oft Weihrauchöl verwendet, das von den Boswellia-Bäumen stammt und aus der Rinde extrahiert wird. Genauer betrachtet wird das Öl durch Wasserdampfdestillation des rohen Weihrauchharzes gewonnen. Das Endprodukt ist ein 100-prozentig reines ätherisches Öl, dessen Duft würzig, erdig und leicht fruchtig ist.

Doch was sind die Einsatzbereiche von Weihrauch-Öl? Aus dem Nahen Osten ist bekannt, dass das ätherische Öl in religiösen Zeremonien und auch als Salböl verwendet wird. Dort und auch im europäischen Raum wird er als wirkungsvoller Inhaltsstoff in Kosmetika angesehen, die vor allem bei trockener Haut angewendet werden. Auch sollen durch die äußere Anwendung Dehnungszeichen, Narben oder auch Falten gemildert werden. Im Allgemeinen heißt es, dass der intensive Duft gegen Stress und körperliche Verspannungen helfen soll. Ist der Geist befreit und er Körper entspannt können die Gedanken wieder frei fließen, die Kreativität und Konzentration steigen und die Sinne intensiver wahrnehmen. Die dauerhafte Entspannung des Körpers beugt Krankheiten vor und hält den Körper fit. Wo wir auch schon bei dem Einsatzbereich in der Medizin wären… Ein solch einfaches Naturmittel wird tatsächlich bei chronischen und schweren Erkrankungen eingesetzt, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern.

Meistens wird der Einsatz von Weihrauchöl mit rheumatischer Arthritis in Verbindung gebracht. Studien belegen, dass Weihrauch wichtige Entzündungsmoleküle verhindern und vor Knorpelschäden, die diese Krankheit verursachen, schützen kann. Wenn Weihrauch schon bei solchen schweren Erkrankungen hilft, wie ist dessen Einsatz erst bei leichten, wie Erkältungen, die die Atemwege einschränken? Ja, auch da ist Weihrauch ein beliebtes Heilmittel, dessen Verwendung sehr einfach ist. Das Öl kann entweder in einem Zerstäuber oder Inhaliergerät eingeatmet werden oder man gibt ein paar Tropfen auf ein sauberes Tuch oder ins Badewasser. Oft wird das Öl aber auch auf die pure Haut aufgetragen, um ihr Feuchtigkeit zu spenden. Wer besonders mutig ist, tropft das Öl unterhalb der Zunge, um die Konzentration zu steigern. Vielleicht vor der nächsten Präsentation oder Klausur an der Uni? Probieren geht über Studieren und Nebenwirkungen sind so selten, dass es sich eher lohnt als schadet.